Unternehmensverkauf: Finanzielle Aspekte

Bildquelle: Rolf Handke_pixelio.de

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Beim Unternehmensverkauf geht es vorrangig um die Bewertung des Unternehmens, wofür sich mehrere Verfahren etabliert haben. Jedes dieser Verfahren hat Vor- und Nachteile, ihr Einsatz hängt auch davon ab, aus welchem Grund das Unternehmen zum Verkauf steht. Z. B. sind Sanierungsfälle anders beim Unternehmensverkauf zu bewerten, als gut prosperierende Unternehmen, was natürlich auch die Finanzkennzahlen des Unternehmens widerspiegeln.

Unternehmensverkauf: Bewertung über Substanz- oder Ertragswert
Die beiden Varianten Substanz- und Ertragswertverfahren unterscheiden sich prinzipiell und lassen sich noch weiter ausdifferenzieren. Häufig werden in der Praxis auch beide Methoden kombiniert.

Substanzwertverfahren:
Es werden Vermögensgegenstände (ohne oder mit Patenten) gegen Schulden verrechnet. Das bedeutet, weder der frühere noch der künftige Ertrag spielen eine Rolle.

Ertragswertverfahren:
Es werden allein die möglichen Erträge zugrunde gelegt, deren Prognose aus dem Durchschnitt der jüngsten Zeit errechnet wird.

Beim Substanzwertverfahren geht der Käufer davon aus, welchen Kaufpreis er investieren müsste, um das Unternehmen in seiner gegenwärtigen Substanz zu reproduzieren. So bewertet man das betriebsnotwendige Vermögen (Maschinen, Warenbestand, Fuhrpark, Büroausstattung) anhand einer Inventarliste und bewertet Einzelgegenstände nach ihrem Wiederbeschaffungswert. Die Schulden müssen von den Aktiva abgezogen werden.

Liquidationsverfahren:
Das Unternehmen wird zerschlagen und in Einzelteilen verkauft. Auch hierfür treten Käufer auf, welche eine Wertuntergrenze ermitteln, möglichst nicht mehr an den Unternehmer bezahlen und anschließend versuchen, die einzelnen Vermögensgegenstände gewinnbringend zu veräußern.

Mischung von Substanz- und Ertragswertverfahren

Der klassische Ertragswert wird aufgrund der Erträge in jüngster Zeit berechnet und in die Zukunft fortgeschrieben. Hier ist zu beachten, dass die Mischung aus Substanz- und Ertragswertverfahren sehr stark von der Struktur des Unternehmens abhängt. Ein gut verdienender Dienstleister ohne viel Substanz (lediglich eine Büroausstattung und ein bis zwei Dienstfahrzeuge) wird sich sehr gern allein aufgrund der Erträge bewerten lassen. Ein gewerblicher Produzent mit großem Maschinen- und Fuhrpark (hohe Substanz), gleichzeitig schlecht laufenden Geschäften in jüngster Zeit fährt natürlich mit einem Übergewicht der Substanz besser, das wäre beim Unternehmensverkauf auch gerecht.

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