Crowdfunding für KMU

In den vergangenen zwei Jahren hat sich auch in Deutschland das Phänomen „Crowdfunding“ verbreitet. Die Idee ist dabei, die Umsetzung von Ideen durch eine große Gruppe von Unterstützern mit sehr kleinem Eigenanteil zu finanzieren. Theoretisch bietet sich so das Potenzial, Förderungen für Unternehmen wie zum Beispiel die ZIM Förderung mit einer Vorab-Vermarktungsstudie zu verbinden. Die Beteiligungssumme ist dabei in der Regel freigestellt, allerdings wird meist eine Mindestsumme festgelegt, ab der mit der Umsetzung des Projektes begonnen wird. Grundlegend sind bei diesem Finanzierungsschema drei Rollen zu unterscheiden:

  • Der Ideengeber, der Kapital für die Umsetzung seiner Idee braucht
  • Die Finanzierer, die meist über spezielle Internetplattformen gewonnen werden
  • Der Umsetzer, der die konkrete Entwicklung übernimmt und dabei maßgeblichen Einfluss auf das Projekt nehmen kann.

 

Das System Crowdfunding setzt dabei Web 2.0 als Informations- und Kommunikationsplattform voraus. Die Rollenverteilung spielt dabei keine Rolle, verschiedenste Akteurskonstellationen sind möglich. Kennzeichnend ist als wesentliches Merkmal die große Menge an (Kleinst-)Investoren, die wichtigste Bedingung ist dabei, dass so erworbenes Kapital zweckgebunden ist. Gegenleistungen, die der Projektinitiator den Finanziers in Aussicht stellt können verschiedenste Formen annehmen. Jedoch liegt deren Umfang im Normalfall und spiegelt das Verhältnis zur Finanzierungsleistung wider.

Für KMU kann dieses Modell aus unterschiedlichen Perspektiven interessant sein. Es eignet sich z.B. als Testmodell für neue Entwicklungsvorhaben. Da die Beteiligungsquote entscheidend für den Erfolg einer Finanzierungsaktion ist, lässt sich am dabei bestehenden Interesse bereits die Marktchance der Idee abschätzen. Zudem besteht die Möglichkeit in der Rolle des Umsetzers an einer Finanzierungsaktion teil zu haben und so in entscheidender Position an der Entwicklung einer Innovation beteiligt zu sein. Last but not least eignet sich Crowdfunding auch zur Einbindung von Stammkunden und Lead-Usern in eigene Innovationstätigkeit. In diesem Fall steht dann weniger die Innovationsförderung als vielmehr der gezielte Informationsaustausch im Vordergrund. Als eigenes Finanzierungsinstrument eignet sich Crowdfunding jedoch nur für Start-Ups, KMU könnten so am ehesten die Verfolgung von Nischenvorhaben vorantreiben, da die Erfolgsquote mit 39% zwar nicht unwesentlich, aber auch nicht ausreichend kalkulierbar ist.

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